Zeitglied von SIMATIC S5 nach S7 / einfache Darstellung: Ausschaltverzögerung

Hier wird die Ausschaltverzögerung beschrieben, inklusive der Unterschiede zwischen der S5 & S7 im SPS-Programm.

Der Unterschied in den S5/S7 Programm, von der Ausschaltverzögerung

Der größte Unterschied von dem Zeitbaustein besteht darin, dass bei der S7 Zeitfunktion nur zwei Beschaltungsmöglichkeiten gibt, die ansonsten von der Zeitfunktion identisch sind. Die folgenden Darstellungen zeigen die Ausschaltverzögerung mit der minimalen Beschaltung.

Bei der S5:

Zeit S7 - Zeitbaustein von der S5

Bei der S7:

Zeit S7 - S5 Ausschaltverzögerung in FBS

- Bei der S5 steht die Zeitart an den Starteingang, während bei der S7 der Starteingang nicht direkt gekennzeichnet ist, und immer mit einer Verknüpfung zu beschalten ist. Bei der S7 wird die Zeitart oben im Zeitbaustein eingetragen als Kürzel (SA = Ausschaltverzögerung).

- Die Zeitangabe wird bei beiden an den ‚TW' Eingang beschaltet, die beim festen Wert unterschiedlich dargestellt wird. Bei der S5 wird dies mit ‚KT 123.0' codiert angeben, während es bei der S7 mit ‚S5T#1s230ms' in einer verständlichen Form eingetragen ist, die von der Software auf den nächst möglichen Zeitwert gerundet wird, wenn der Zeitwert nicht dargestellt werden kann. Wenn der Zeitwert über eine Variable übergeben wird (wie oben in den Darstellungen), sind keine Unterschiede vorhanden.

Allgemeines zum Zeitglied

Mit der Ausschaltverzögerung kann durch eine negative Flanke (Signalwechsel von 1 nach 0) am Starteingang die Zeit gestartet werden. Damit der Zeitbaustein (z.B. T1, der direkt in die Verknüpfungen eingesetzt werde kann) ein False-Signal erhält, muss während der eingestellten Zeit, das Startsignal permanent auf False bleiben. Nach dem die Zeit abgelaufen ist, wird das Zeitglied auf False-Signal geschaltet, ansonsten bleibt das Signal auf True. Während des Zeitablaufs, kann die Zeit durch eine erneute negative Flanke am Starteingang, neu gestartet werden.

Das Zeitdiagramm ohne Rücksetzfunktion

Mit dem folgenden Zeitdiagramm soll die Ausschaltverzögerung (ohne Rücksetzfunktion) verdeutlicht werden.

Zeit S7 - S5 Ausschaltverzögerung Zeitdiagramm

Die Zeitfunktion mit der Rücksetzfunktion

Bei der einfachen Darstellung fehlt der Rücksetzeingang, das durch ein separates Rücksetzglied erzeugt werden kann. Wenn dann am Rücksetzglied ein True-Signal anliegt, wird die Zeit von der Ausschaltverzögerung auf Null gesetzt, und das Zeitglied erhält ein False-Signal. Erst wenn wieder am Rücksetzglied ein False-Signal anliegt, erhält der Zeitbaustein wieder ein True-Signal, und durch eine negative Flanke am Starteingang, wird die Zeit neu gestartet.

Es folgt ein Beispiel in FBS, wie die Zeitfunktion mit Rücksetzfunktion programmiert werden kann.

VKE1 = Ist immer True-Signal
E0.0 = 1 – Startsignal für die Zeit
E0.1 = 1 – Zeitfunktion zurücksetzen

Zeit S7 - Rücksetzen

Das Zeitdiagramm mit Rücksetzfunktion

Mit dem folgenden Zeitdiagramm soll die Ausschaltverzögerung (mit Rücksetzfunktion) verdeutlicht werden.

Zeit S7 - S5 Zeitdiagramm

Sonstiges

Die aktuellen Zeitwerte können durch Lade-/Transferbefehle (in FBS auch Verschiebeanweisung bekannt) in die Variable kopiert werden.

Darstellung des Zeitgliedes in den verschieden Programmiersprachen

Es folgen verschiedene Darstellungen der Ausschaltverzögerung, in den Verschiedenen Programmiersprachen.

FBS

Zeit S7 - S5 Ausschaltverzögerung in FBS

KOP

Zeit S7 - S5 Ausschaltverzögerung in KOP

AWL

Zeit S7 - S5 Ausschaltverzögerung in AWL

Weitere Informationen zur Ausschaltverzögerung

Weil der Starteingang immer mit einer Verknüpfung beschaltet wird, können dort auch Umfangreiche Bit-Verknüpfungen durchgeführt werden.

Es folgt ein Beispiel für die Beschaltung vom Zeitglied:

Zeit S7 - S5 Beschaltung

An den ‚TW' Eingang, wird die Soll-Laufzeit übergeben, die in Form eines festen Zeitwert oder einer Variablen (bevorzugt als ein Wort z.B. MW) übergeben wird. Die Syntax für die feste Konstante bzw. den Aufbau der Variable ist weiter unten beschrieben. Bei dem starten der Zeit (durch eine positive Flanke), wird der Soll-Wert dem Zeitbaustein übergeben, der dann auf Null herunter zählt wird.

Aufschlüsselung des ‚TW' Zeitformats

Die folgen Darstellungen zeigen, wie die Zeitformate als festen Wert oder über Variable (z.B. MW100) übergeben werden können.

Erklärung zur ‚Konstante des Timers'

Zeit S7 - S5T

Aufbau des Zeitwertes in ein Merker Wort.

Zeit S7 - TW

Die Zeitbasis

Die Zeitbasis gibt den Faktor an, mit dem der Zeitwert multipliziert wird, der in den Variablen für den Zeitwert oder an der Ausgabe vom Zeitbaustein ‚DEZ' enthalten sind. Der gültige Wertebereiche ist 0-3.
0 = Zeitwert * 0,01 Sekunde (10ms)
1 = Zeitwert * 0,1 Sekunde (100ms)
2 = Zeitwert * 1 Sekunde (1000ms)
3 = Zeitwert * 10 Sekunde (10.000ms)

SPS